Montag, 16. Februar 2026

Büttenrede 2026 zum "TAV des Teufels"

Büttenrede 2026 TAV des Teufels
Helau und Alaaf, ihr Narren – seid bereit!
Für etwas Wahrheit – und ein bisschen Gemeinheit.
Ich bin im Alltag – glaubt es mir –
ein TAV ganz fein und sanft wie ihr.

Ich manage Anwendungen, installier’ sie geschickt,
sorge für Betrieb, dass alles perfekt tickt.
Fehler lösen, Fragen beantworten – das liegt mir im Sinn,
für Fachbereich und Lieferanten bin ich stets voll drin!

Hilfsbereit, charmant, stets korrekt,
doch hinter der Fassade ist ein Teufel versteckt!
Denn wehe, wehe, in dunkler Nacht,
wenn keiner mehr E-Mails verschickt oder macht.

Dann tauscht Dr. Jekyll leis sein Kleid,
und Mr. Hyde steht kampfbereit.
Dann bin ich fremd – ja, selbst mir ein Graus,
die nette Seele verlässt plötzlich mein Haus.

Ego, Macht und Bequemlichkeit
regieren dann die Arbeitszeit.
Dann flüstert es leise aus dem System:
„Sei faul, sei böse – nenn es bequem!“

Ich werde kleinmacht-besessen und kühn,
denke mir: Soll’n doch die anderen sich müh’n!
Rücksicht? Pah! Moral? Ach was!
Jetzt spricht der Teufel – die Hölle macht Spaß!

Nicht brav, nicht nett, ich scheuch euch herum,
der Teufel-TAV regiert – und zwar richtig krumm!
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Besonders liebe ich die Automaten,
die still für mich die Arbeit starten.
Mit RPA – meinem höllischen Knecht –
lenk’ ich die User, mal links und mal rechts.

Tagsüber testet dieser Bot ganz brav,
nachts macht er CE-Bearbeitungen im Schlaf.
Heut’ lass ich ihn – ganz nebenbei –
einen Change anlegen… eins, zwei, drei.

Ein fieses Präsent, fein und mit Bedacht,
für einen Projektleiter, der mir widersprochen hat.
Denn merkt euch: Wer mir im Meeting Contra gibt,
hat schnell ziemlich viel Arbeit dazugekriegt.

Mein Roboter füllt Felder – Stück für Stück,
verteilt Zuordnungen mit Tücke und Glück.
Schiebt Workflows weiter – mit Engelsgeduld –
Und ich? Ich bin natürlich an gar nichts Schuld!

Als Begründung – fein und klein –
trag’ ich „BaFin – Compliance“ ein.
Das klingt dann wichtig, schwer und groß –
Und macht so manche Führungskraft kopflos.

Zwar muss ich manchmal selbst noch ran,
weil KI noch nicht alles kann.
Doch bald schon – merkt euch dieses Wort –
stellt sie die Texte selbst zusammen dort.

Aus Datenbanken, schlau kombiniert,
wird jeder Change automatisiert.
Knifflig? Ja. Doch ohne Scherz:
Genau so etwas wärmt mein Teufelsherz!
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Doch plötzlich – kaum zu fassen, oh nein –
da klingelt bei mir das Telefon daheim!
Ein Anwender, ganz ungeniert,
der offenbar seine Lage nicht kapiert.

Ich frage mich leise, doch sehr bestimmt:
Wann lernt dieser Mensch, was hier nicht stimmt?
Man kann mit mir ja alles tun –
solang man mich lässt einfach ruhn.

Denn Anrufe, Freunde, das geht gar nicht,
das stößt beim Teufel im TAV auf höllische Pflicht!
Ein Klick, zwei Klicks – ich bleib ganz fein,
schon bin ich in seinem Verzeichnis daheim.

Ganz freundlich nach seiner Kennung ich frage,
er ahnt nicht, was ich mit seiner ID vorhabe.
Er klagt und jammert mir die Ohren voll,
während ich im Zugriffsbaum nach vorne roll.

Ich suche genüsslich, ganz ohne Stress,
seine Rechte heraus – welch teuflischer Exzess!
Kaum Minuten verstrichen, glaubt mir sehr,
sind seine Zugriffe weg – vorbei, er sieht nichts mehr!

Ein letzter Klick, die Tat vollbracht,
das Telefon wird stumm gemacht.
Ich leg ganz ruhig einfach auf –
so nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Und falls er denkt, mit frischem Mut,
ein zweiter Anruf wär jetzt gut:
Für ihn ist diese Leitung tot –
zig Wochen gesperrt, so will’s der Code!
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Da gibt es Gesellen, die ernsthaft glauben,
sie könnten sich Einladungen an mich erlauben
zu Meetings voller Pillepalle und Geschwätz,
ich denk nur: „Himmel, wie bescheuert ist denn das jetzt?“

Mein Computer, der reicht mir allein,
da brauch ich keine Dorftrottel und ihre Kaffeereih’n.
„Beschäftigt“, „Nicht stören“, „Am Telefon“ –
mein Status wandert durch alle Optionen schon.

Ein kleines Skript, so heimlich und fein,
lehnt Einladungen ab – oh wie gemein!
Mal auf exotische Zeiten verschoben,
mal mit Fragen, ob das Problem nicht behoben.

Zum Ablenken springt nachts die Fritzbox dann an,
damit jeder meinen Fleiß auch bestaunen kann.
„Gesendet nächtlich um 00:30“ –
ach schau mal, der TAV war wieder fleißig!
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So könnt’ ich noch viele Geschichten erzählen,
von Schikanen, Gemeinheiten und kleinem Quälen.
Ich werd’ nicht müde, die Technik zu verbiegen,
und jeden Anwender so richtig in die Knie zu kriegen!

Am Ende zählt nur mein Wille und die Macht,
und wer jemals mich zum TAV gemacht,
hat entweder das Ende nicht kommen sehen
oder war mutig und dachte, er könnte bestehen.

Also merkt euch, Narren, seid nicht so keck,
den TAV-Teufel überlistet ihr nicht – nicht ein Stück!
Ich tyrannisiere weiter im digitalen Saal,
denn Hölle und Humor – das ist meine Wahl!

Jetzt lacht mit mir, verzeiht mir heut,
denn Fastnacht ist die Narrenzeit.
Ab Aschermittwoch – das ist klar –
bin ich wieder freundlich… fast ganz, na ja.

Denn der TAV des Teufels steckt in jedem hier,
ein kleiner Schelm, ein Spötter – das sage ich dir!

Alaaf und Helau

*

Hier ist der Beginn der Originalserie aus dem Oktober 2020: TAV des Teufels Staffel 1, Folge 1)
*
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