Gott sei Dank gibt es in Deutschland deutlich unterschiedliche Jahreszeiten. Während man im Sommer wundervoll auf dem Gartenstuhl sitzen kann, aber leider auch wöchentlich den Rasen mähen muss, hat man im Winter Aktionspause und kann von der Couch aus den zur Ruhe gekommenen Garten betrachten. Doch im Frühjahr geht es dann wieder los, die Knospen brechen auf, altes Holz muss zurückgeschnitten werden, man muss wieder in die Gartensaison starten.
So geht es immer weiter. Man kann nicht Unkraut jäten, Blüten ausputzen, Rasen mähen und dann auf die Pause-Taste drücken. So soll der Garten bleiben, mindestens bis zum Herbst, am besten für den Rest meines Lebens. Anhalten der Vegetation im perfekten Moment. Kein Wachstum, kein Wuchern, kein Unkraut, keine Notwendigkeit zum Gießen oder gar zur Renovierung von Pflanzkübeln und Wegen.
Natürlich auch in der Partnerschaft. Die blühende Schönheit junger Leute, die wilde Leidenschaft der Flitterwochen, die Neugierde aufeinander, der ungestüme Wunsch nach Zweisamkeit und gemeinsamer Gestaltung. Das alles einfach einfrieren, im Optimum anhalten und für Jahrzehnte konservieren. Dazu im Beruf die aufregenden Erfahrungen der Probezeit, das Willkommen der Kollegen, spannende neue Aufgaben und jeden Tag Impulse zur weiteren Entwicklung.
Plopp. Das gibt es nicht. Es gibt keine Pause-Taste. Und das heißt auch, dass man entweder immer Aufwand hineinstecken muss - vielleicht mit kleinen Pausen wie der Saisonunterbrechung im Garten - oder dass alles verlottert und unattraktiver wird. Von alleine passiert da nichts, weder bei der Gartenpflege noch in der Partnerschaft, noch im (beruflichen) Alltag.
Die fatale, vielleicht sogar frustrierende Erkenntnis: Allein zur Beibehaltung des Status Quo braucht man Energie. Und wenn man mehr will, dann ist das ein mühsames Geschäft. Aber andererseits ist es der Schlüssel zum Glück, sei es bei der Freude über den immer attraktiveren Garten, eine langfristig tolle Partnerschaft oder eine zufriedenmachende Arbeit.
Was dann auch die - nur auf den ersten Blick banale - Kernbotschaft ist. Menschen sehnen sich nach Glück, unterliegen aber oft der Fehleinschätzung, dass dieses zu ihnen käme. Oder bleibt, wenn es erst mal da ist. Durchaus falsch, Glück kommt nicht von außen (der Gewinn von Geld zum Beispiel im Lotto macht nicht wirklich glücklich), sondern ist das Ergebnis einer mehr oder weniger gezielten Anstrengung. Und es bleibt auch nicht einfach so.
In etwas modifizierter Form kann man diese Gedanken auch bei Eckart von Hirschhausen (Buch: "Glück kommt selten allein") nachlesen. Er entlarvt in humoristischen Formulierungen die gedanklichen Fehler und falschen Annahmen rund um das Erreichen von Glück.
Deutlicher kann man festhalten, dass Bequemlichkeit oder gar Faulheit in die falsche Richtung zeigen, im philosophischen Sinne nämlich auf dem Highway to hell enden. Leider muss man sich also tagtäglich anstrengen, be-mühen und alles, von der Pflege des Grünzeugs über die Partnerschaft bis zum beruflichen Antritt, aktiv betreiben.
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