Montag, 21. September 2026

Saras Sicht: Wer hat Angst...

Saras Sicht: Wer hat Angst...
"Saras Sicht" - Ich unterhalte mich kontrovers über wechselnde Themen mit einer Frau, die ich im Cafe kennengelernt habe. Manchmal werden provokante Thesen aufgestellt, mal unpopuläre Dinge aufgegriffen. Mal ganz meine Meinung, mal eine Herausforderung meiner Toleranz, jedenfalls aber lesenswerte Denkanstöße.

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Die Tür fliegt auf, Sara kommt hereingerauscht. Ein wenig verspätet, und das kann sie nicht so recht leiden. Ich strahle sie an, versuche ihr Ruhe zu vermitteln und zu signalisieren, dass ich mich über sie freue, und dass eine kleine Verspätung überhaupt keine Rolle spielt. "Setz dich erst mal, mach es dir bequem, hattest du einen angenehmen Tag? Soll ich dir vielleicht heute mal eine Cola bestellen?"

Sie schnauft, ich sehe, wie die Hektik schon ein wenig abnimmt, dann: "Ja, das ist eine gute Idee, ich nehme eine Cola", und weiter: "Eigentlich hat alles geklappt, nur ein wenig viel Programm heute, viel Lauferei. Erinnerst du dich an 'Wer hat Angst vorm schwarzen Mann'?" - Ich denke kurz nach, "Ja, das haben wir als Kinder gespielt. In der Grundschule auf dem Pausenhof." - "Und? Was hast du dabei gedacht?"

"Ich hatte einen ziemlich dicken Mitschüler, den Udo, und ich hatte immer Angst, mit ihm zusammenzustoßen. Für mich war er der schwarze Mann, weil ich sicher war, dass ich bei einer Rempelei alle Knochen brechen würde." - "Aber Udo war nicht schwarz?" - "Nein, natürlich nicht, der wohnte in der Siedlung, sprach breites Kölsch und hatte immer fett belegte Pausenbrote dabei."

"Also kein Ausländer, Afrikaner, Zugezogener mit dunkelhäutigen Wurzeln?" Ich stutzte, was war das für eine komische Frage? Dann fiel der Groschen. "Ach so, du fragst wegen 'schwarzer Mann' und das wäre dann ein Afrikaner oder so. Nein, Udo war Ur-Kölner. Und vor allen Dingen habe ich gar nicht daran gedacht, dass der 'schwarze Mann' aus dem Spiel irgendwas mit Hautfarbe zu tun haben könnte. Es war einfach irgendeine Spielfigur, vor der man weglaufen musste, es hätte genausogut ein grüner Mann oder sonstwas sein können. Oder der Typ mit der roten Mütze."

"Das wird ja heute gerne kritisiert. Das man nicht nachdenkt. Sich nicht fragt, wer oder was der 'schwarze Mann' im Spiel ist. Und damit mehr oder weniger unwillkürlich negative Assoziationen weckt. Schwarz gleich gefährlich gleich Weglaufen, auch wenn wir das als Erwachsene dann etwas gedämpft erleben und manche Menschen nur eine unklare Angst vor andersfarbigen Personen entwickeln."

"Finde ich schon ziemlich weit hergeholt. Grundsätzlich ja, aber wenn du mir das als Kind erzählt hättest, hätte ich dich mit großen Augen angeschaut und gefragt, warum ich dieses lustige Spiel nicht mehr spielen darf. Warum Erwachsene so kompliziert sind und man nicht einfach auf irgendeinen Ruf hin über den Schulhof läuft und versucht, irgendwelchen Mitschülern auszuweichen. Und heute: Warum muss man über alles nachdenken, was dann früher oder später in Wortklauberei oder absurden Wortkreationen endet?"

Die Cola kommt. Wir unterhalten uns über Getränke, ob nun Coca-Cola oder Pepsi-Cola die bessere Wahl sind und ob überhaupt Cola eine Alternative zum gewohnten Cappuccino ist. Dann kommen wir noch mal auf unseren schwarzen Mann zurück.

"Gerade von den Kritikern und selbsternannten Hütern der nichtverletzenden Formulierungen, von denen, die ihre sprachliche Sensibilität vor sich hertragen wie andere ein Werbeplakat, gerade die verlangen, dass man gar nicht vorsichtig genug sein kann." Saras Rückkehr zu unserem heutigen Thema zeigt, dass es sie immer noch beschäftigt. Ich lasse es noch mal an mir vorbeiziehen, dann: "Einerseits kann ich diesen Standpunkt verstehen, auch durch harmlos gemeinte Wortwahl kann man unerwünschte Stimmung machen, in den Ohren eine ganz andere Botschaft erzeugen. Da ist dann der schwarze Mann der unerwünschte Fremdling, der aus dem Land geworfen gehört. Wasser auf die Mühlen von politisch Rechten."

"Ja, und andererseits?" - "Andererseits empfinde ich es als Eingriff in die freie Wortwahl, vielleicht sogar die Meinungsfreiheit. Ist es nicht auch eine Art von Zensur, wenn ich das Wort 'Negerkuss' nicht mehr verwenden darf? Ganz unabhängig von der Begründung?" - "Genau darauf wollte ich hinaus. Du hast mir von der Schule erzählt, vom schwarzen Mann, der weiß ist und Udo heißt, eine Figur in einem Kinderspiel, das offensichtlich erst nach Jahrzehnten, nämlich heute, bei dir die Verbindung mit Dunkelhäutigen und so weiter schafft."

"Manchmal denke ich, wir arbeiten uns viel zu sehr an Symptomen ab. Da erlebe ich den Mut, harmlos gemeinte Wörter scharf zu kritisieren, bei echter Diskriminierung aber wegzuschauen oder nur sehr zögerlich zu reagieren. Da kommt dann plötzlich ins Spiel, dass manche Kritik gerade in Mode ist und man sich der Zustimmung der Mitmenschen sicher sein kann, andere Kritik ist eine Einzelmeinung und erfordert Rückgrat."

"Denkst du auch an dieser Stelle an Ausländer, oder korrekt formuliert ‚Menschen mit Migrationshintergrund?‘" - "Ich denke vor allem, dass du bestimmt auch schmunzeln musst, wenn du dieses Wortungetüm verwendest. Bietet es sich nicht an, jemand, der aus dem Ausland kommt als Ausländer zu bezeichnen? Ist es nicht sogar im Gegenteil abwertend, ihm einen Migrationshintergrund zu unterstellen, also anzunehmen, dass er migriert und dass dies sein Hintergrund ist?"

Wir müssen beide lachen, die Diskussion verläuft sich ein wenig ins Absurde.

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Montag, 14. September 2026

Saras Sicht: Die Pisa-Studie

Saras Sicht: Die Pisa-Studie
"Saras Sicht" - Ich unterhalte mich kontrovers über wechselnde Themen mit einer Frau, die ich im Cafe kennengelernt habe. Manchmal werden provokante Thesen aufgestellt, mal unpopuläre Dinge aufgegriffen. Mal ganz meine Meinung, mal eine Herausforderung meiner Toleranz, jedenfalls aber lesenswerte Denkanstöße.

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Die Hitzetage sind vorbei, man hechtet nicht mehr zwischen den klimatisierten Räumen hin und her, wer ein Fleckchen Grün pflegt, hat auch wieder mehr Zeit für Hobbys jenseits von Gießen und Abdecken. Entsprechend entspannt räkeln wir uns in der Lounge-Ecke unseres Cafes und plaudern über Gott und die Welt. "Hast du dieser Tage die Berichte über die aktuelle Pisa-Studie mitbekommen?" will Sara wissen. "Klar", sage ich, "das war ja kaum zu ignorieren. Wieder mal die Grafiken, das Gejammer über das schlechte Abschneiden der deutschen Kinder, die Forderung einer Reform des Bildungssystems und so weiter. Ein bisschen möchte man sagen 'same procedure as last year'".

"Ja, schon. Aber ein bisschen anders war es eben doch. Wir hatten einen Knick im Verlauf der Ergebnisse. Nachdem es einige Jahre bergauf gegangen ist, waren die Werte nun wieder niedriger. Das sieht schon so aus, als ob irgendwelche Maßnahmen nicht mehr funktionieren oder deren Durchsetzung nachlässt." - "Stimmt, aber die Reaktion war trotzdem wie gewohnt. Hektische Geschäftigkeit, Pressemitteilungen, Talkshows, Suche nach Schuldigen. Wie immer halt."

"Wer sind denn die Schuldigen?" will Sara wissen. Ich kenne sie lange genug, es ist eine rhetorische Frage, die sie in wenigen Augenblicken selbst beantworten wird. Mal kurz abwarten und tatsächlich geht es weiter: "Sind es die Kultusminister? Fehlt das Geld? Haben die Schulämter flächendeckend ihre Hausaufgaben nicht gemacht? Müssen wir die Schulen in die Verantwortung ziehen oder die Lehrer aktivieren?"

"Das ist so etwa die Reihenfolge, die in der Presse dargestellt und von der Öffentlichkeit diskutiert wird. Bildung wird in Deutschland nicht ausreichend hoch bewertet, die Mittel gestrichen, die Schulen sind unterfinanziert, die Lehrer unterqualifiziert und es gelingt nicht, die Unterschiede der sogenannten Bildungsfernen Schichten anzugleichen."

Sara gerät in Fahrt, Schluss mit dem gemütlichen Herumlungern auf dem Sofa. "Wenn ich allein schon 'unterqualifizierte Lehrer' höre, kriege ich Puls. Sie sind in den letzten Jahrzehnten immer mehr in die Rolle des Kumpels und Entertainers gedrängt worden, Beibringen von Themen alleine reicht nicht. So unterhaltsam wie ein TV-Spot, witzig, nur nicht anstrengend. Schulstoff, vielleicht sogar einfaches Auswendiglernen passt da nicht ins Zielbild und wird durch Feedback und Ranking scharf geahndet."

"Es gab und gibt gute und schlechte Lehrer. Manche können den Stoff gut vermitteln, andere holen die Klasse einfach nicht ab", gebe ich zu Bedenken. - "Schon. Aber ob man das im kleinen Kreis anspricht oder durch das Internet und Plattformen in der ganzen Welt verstreut ist ja schon ein Unterschied und grenzt stellenweise an Hexenjagd. Wer gibt den Kids denn das Recht, sich so kritisch und respektlos über ihre Lehrer zu äußern und gleichzeitig alle Bewertungen wie Tests und Klassenarbeiten in Frage zu stellen?" Kurze Pause, dann: "Und vergleich‘ das mal mit asiatischen Ländern, in denen es zur Kultur gehört, dass sich die Schüler bei den Lehrern bedanken, weil sie ihnen etwas beigebracht haben."

"Willst du darauf hinaus, dass die Pisa-Studie weniger ein Abbild unseres Schulsystems als ein Spiegel unserer Kultur ist?" - "Ein wenig groß formuliert, aber warum nicht? Ja, wenn Lehrer meine Feinde sind, gegen die ich mich wehren muss und die weniger zu meinem Wissenszuwachs als zu meiner Unterhaltung da sind... dann stimmt etwas mit der Grundeinstellung nicht. Die wiederum ganz entscheidend von den Eltern geprägt wird. Und darin sehe ich den Kern des aktuellen Problems."

"Was meinst du damit: 'Kern des aktuellen Problems'" - Sara beugt sich vor, fast wirkt sie, als ob jetzt eine Verschwörungstheorie folgt, die man nur flüsternd weitergeben kann. Aber dann redet sie ganz normal weiter: "Kern ist das Elternhaus, das familiäre Umfeld, die Geschwister, die Freunde, das soziale Umfeld. Ich beobachte eine zunehmende Anzahl von Menschen unterschiedlichen Alters, die zwar in Deutschland leben, sich aber komplett abschotten. Sie sprechen überwiegend oder sogar ausschließlich ihre Sprache, leben ihre Kultur und Riten und bleiben vollständig unter sich. Wie soll ein Kind aus solch einer Familie die Anweisungen einer Lehrerin befolgen, wie soll es die deutsche Sprache lernen, warum soll es sich mit Mathematik beschäftigen?"

"Also lösen aus deiner Sicht Probleme in der Integration die beobachteten Probleme in den schulischen Kompetenzen aus?" - "Ja, und ich gehe noch einen Schritt weiter. Die in den Talkshows bemängelten Defizite beim Heranführen von Kindern aus 'bildungsfernen Schichten' an den Standard von Kindern aus reichen Häusern hat nur bedingt etwas mit dem Geld zu tun. Es ist gar nicht so sehr die Chancengleichheit, die hier auf den Prüfstand gehört, sondern die Begleitung der Kinder durch die Eltern in die Angebote der Schule. Stichwort Grundeinstellung, was ich vorhin ja schon angesprochen habe. Welche Perspektive kann ich dem Kind in Aussicht stellen, welches Ziel ist realistisch? Das können und müssen die Eltern leisten und in der Tat dürfte das in Akademikerfamilien erheblich ausgeprägter sein als bei Kindern aus Einwandererfamilien, oder mit Migrationshintergrund, wie das heute beschönigend heißt."

"Stimmt, stimmt nicht. Es ist schon motivierend, wenn der Papa ein schickes Auto fährt, man tolle Urlaube macht, irgendwelche Luxusgeschenke bekommt und bei jedem kleinsten Durchhänger ein Nachhilfelehrer zur Hand ist. Sport zur Auswahl, Musikinstrument auf Wunsch natürlich auch. So ein Leben ist dann Vorbild und motiviert eher, in der Schule Gas zu geben als wenn die Eltern von Sozialhilfe leben, die älteren Geschwister zwar nichts gelernt haben, sich aber ganz gut mit Autoverkauf oder Gelegenheitsarbeit durchschlagen."

"Vielleicht ist meine Darstellung etwas schwarz-weiß, aber am Ende belegt sie trotzdem die zentrale Funktion des Umfeldes. Und das kann keine Komponente des Schulsystems ersetzen. Doch die Eltern oder gar die Kinder zur Rechenschaft zu ziehen - davon höre ich nichts in den Diskussionen. Dabei würde es noch nicht mal viel Geld kosten, aber man müsste an verschiedenen Stellen in das System eingreifen. Und mit Sicherheit lohnt es sich, wenn man beim Blick über den Tellerrand zu den Gewinnern der Pisa-Studie nicht nur nach der Klassengröße, dem Geld für Bildung und so weiter schaut, sondern auch mal Themen wie Migration, Integration und Kultur betrachtet."

Wie so oft ist der Sturm vorbei, Sara ist wieder entspannt, freundlich lächelnd hat sie sich wieder in das Sofa gekuschelt und ist bereit, Gott und die Welt wieder in ihre Gedankenwelt zu lassen.

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Montag, 7. September 2026

Saras Sicht: Freunde und Berater

Saras Sicht: Freunde und Berater
"Saras Sicht" - Ich unterhalte mich kontrovers über wechselnde Themen mit einer Frau, die ich im Cafe kennengelernt habe. Manchmal werden provokante Thesen aufgestellt, mal unpopuläre Dinge aufgegriffen. Mal ganz meine Meinung, mal eine Herausforderung meiner Toleranz, jedenfalls aber lesenswerte Denkanstöße.

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„Ich habe jemand kennengelernt.“ Sara strahlt. Ich bin nicht eifersüchtig, oder sagen wir, doch, ich bin eifersüchtig. Vermutlich irgendein anderer Mann, der mir meine Sara streitig macht. Ich erwische mich bei der Reflexion meiner Gedanken, ‚streitig machen‘ ist ja schon eine Art Konflikt, kann man nur Zweierbeziehungen führen, jeder weitere Teilnehmer ist vertreibenswert? Und warum ist es ‚meine Sara‘, nur weil wir uns ein paarmal getroffen und diskutiert haben?

„Das ist ja schön“, höre ich mich sagen, etwas gequält. – „Ja, er ist Berater, sehr netter Mann, du wirst ihn mögen. Er kommt gleich vorbei.“ Na prima, gegen einen Nebenbuhler hätte ich ja nichts gesagt, im Grunde geht mich Saras Leben abseits unseres Cafes auch gar nichts an. Aber unsere schönen Gespräche und Diskussionen sind heilig, da gehört niemand mit an den Tisch.

Er ist dann aber doch sehr nett. Mit modernen Themen kennt er sich aus, berichtet von neuesten Trends am IT-Markt, von Verschiebungen in den Budgets der Unternehmen und deren Sparprogramme, die ihnen mittelfristig auf die Füße fallen.

Lebhaft geht es in den Themen weiter zu Künstlicher Intelligenz, wir tauschen unsere Einschätzung zur weiteren Entwicklung aus, kontrovers versuchen wir, Argumente für unsere Sicht der Zukunft in der Runde zu platzieren. Dann schwenkt die Diskussion zu anderen Beratungen.

„Wir sprechen die ganze Zeit über Technik und deren Auswirkungen. Sicher ein spannendes Thema, das auch in der Presse derzeit breiten Raum findet. Aber was ist mit anderen Zweigen, in Bereichen, die auch schon immer beratungsintensiv waren? Ich denke an Militär und Generäle, Minister, externe oder interne Militärberater.“

„Grundsätzlich sehe ich da keinen Unterschied. Ein guter Berater hat das Gesamtbild im Blick, kennt den Kontext und erarbeitet mit seinem Kunden eine möglichst gute Lösung…“ – „Ja“, sage ich, der springende Punkt liegt in der Definition eines guten Beraters. Ob in der IT oder in anderen Branchen oder eben dem Militär: Habe ich eigentlich nur ein Produkt, eine Lösung, die ich dem Kunden anbieten möchte oder soll, oder nähern wir uns in sorgfältiger Betrachtung und neutraler Evaluation der individuell optimalen Lösung?“

Unser neuer Freund ist ein wenig irritiert, kennt unsere zum Teil recht aggressiven Dispute nicht. „Natürlich bietet ein Berater immer die bestmögliche Lösung an, alles andere wäre schlampig oder parteiisch und das geht natürlich nicht.“

Tür auf für Sara: „Willkommen in der Realität. Viele sogenannte Berater haben Vorgaben, ihre Aufgabe besteht nur darin, die richtigen Argumente für den Verkauf zu nennen. Und sie haben einen persönlichen Charakter, der mehr oder weniger deutlich in ihre Beratung einfließt. So wie sich Kreditgeber in ihrem Risikoappetit unterscheiden.“

„Sicher“, sage ich, „es sind Spielfilme, die ich manchmal im Fernsehen sehe. Da wird dann eine Szene um Mr. President nachgespielt, ein Konflikt in der Runde erörtert. Und mit gewichtiger Stimme drängt der Verteidigungsminister zur Einleitung kämpferischer Handlungen. Es gibt dazu laut seiner Aussage keine Alternative.“

„Das ist nicht irgendein windiger Vorstadt-Consultant“, ergänzt Sara, „das ist ein ausgewiesener Fachmann und Teil eines hochrangigen Stabs, der einen Präsidenten berät. Und wir haben auch in der Realität oft genug erlebt, dass die Präsidenten diesen Empfehlungen folgen. Und dass die Europäer diese Empfehlungen zum Teil nicht so alternativlos sehen wie sie dargestellt werden.“

„Überspitzt formuliert und grundsätzlich zutreffend für viele Themenfelder gilt auch hier: Mit einem Hammer in der Hand sieht jeder Gegenstand aus wie ein Nagel. Oder anders gesagt wird das Problem der Lösung angepasst statt umgekehrt.“

Thomas wirkt jetzt doch beleidigt. Für mich ok, denn bei unseren Gesprächen geht es um intensive Diskussionen, um Beschäftigung und Erörterung auch ungewohnter oder geradezu unpopulären Sichtweisen, nicht um persönliches Einverständnis.

„Ich räume ein, dass es auch in unserer Branche gute und schlechte, objektive und interessensgesteuerte Vertreter gibt. Und vielleicht habt ihr Recht, dass es in manchen Themenfeldern gar nicht so einfach ist, einen klaren Blick zu bewahren. Zumal im Vorfeld oft gar nicht der objektive Berater ausgesucht wird, sondern derjenige, der die eigene Meinung oder die ohnehin vorgesehene Linie vertritt und notfalls als hochbezahltes Bauernopfer herhalten muss.“

Strahlen am Tisch. Wir schauen verdutzt in unsere leeren Cappuccino-Tassen und versichern uns, dass wir uns nach diesem Abbinder zuprosten würden, wenn wir noch etwas zu prosten hätten.

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Montag, 31. August 2026

Mensch, es wird Zeit!

Die Beschäftigung mit dem zeitlichen Umfeld beschäftigt uns Menschen grundsätzlich. Ständig haben wir den Impuls, den Augenblick und die Gegenwart mit einem Rückblick oder Ausblick zu kombinieren. Sehnsüchtig schauen wir zurück auf eine gute alte Zeit, sorgenvoll oder hoffnungsfroh schauen wir auf die vor uns liegende Epoche. Dabei lassen sich diese Gedanken durchaus steuern, im modernen Jargon würde man von Gedankenmanagement sprechen.

Da betrachtet man die bisherige Entwicklung, nimmt zu den vergoldeten Erinnerungen auch die weniger guten Erfahrungen hinzu, um das Bild abzurunden. Oder umgekehrt setzt man die schlechten Ereignisse zu den positiven Aspekten ins Verhältnis. Wie im Zusammenhang mit anderen Steuerungen gibt es auch hier Grundhaltungen, bei grundsätzlich positiver Einstellung für die Erwartung der Entwicklung spricht man zum Beispiel von Optimisten, andernfalls von Pessimisten.

Mensch es wird Zeit

Und als Hilfe gibt es dann Weise, Philosophen und Glaubensführer. Die Belastung durch zu intensive Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit erhöht die Last von Erfahrungen, macht Vertrauen schwieriger und steht einem unvoreingenommenen Start in neue Beziehungen im Weg. Und die tiefe Berücksichtigung vermuteter Zukunftsaspekte macht auf Grund der Komplexität irgendwann handlungsunfähig.

Weise gleich welcher Nationalität und Kultur empfehlen deshalb die Fokussierung auf den Augenblick, lenken das Augenmerk auf das Hier-und-jetzt. Mit dem Verständnis, dass man aus der Vergangenheit zwar lernen kann und soll, darauf aber keinen Einfluss mehr hat, weil unveränderbar zurückliegend. Und der weiteren Erkenntnis, dass der einzige wirklich zu beeinflussende Parameter die eigene Persönlichkeit ist und selbst diese Seite nur eingeschränkt und zögerlich auf Veränderungen reagiert.

Die Philosophen gehen da viel allgemeiner vor. Ihr Ansatz ist es, ein Lebenskonzept zu entwickeln, das zeitlos daherkommt. Ihre Theorien und Modelle setzen nicht auf Kulturkreisen auf, sondern fußen vielmehr auf der Grundstruktur von Menschen, psychologischen statt soziologischen Aspekten. Die in Menschen von Natur aus angelegten Eigenschaften werden analysiert, die positiven zu Tugenden erklärt. Grundsätzlich ein nachvollziehbarer Ansatz, doch Tugenden sind nicht von Dauer und haben stets ein kulturelles Umfeld. Vielleicht sind Tapferkeit und Mut weit verbreitet, aber Tugenden wie Rücksicht oder Verbindlichkeit können sehr selektiv bewertet werden.

Glaubensführer haben es einfacher. Sie propagieren irgendwelche Thesen, geben Behauptungen von sich, die sie auch gar nicht belegen müssen. Ganz im Gegenteil lassen sie sich nicht festlegen, in schwammiger Darstellung wird anstelle von Fakten, nachvollziehbaren Wegen oder reproduzierbaren Abläufen auf Glaube und Gefühle verwiesen. Wer ein Statement nicht akzeptiert oder eine Behauptung in Frage stellt, dem wird fehlender Glaube vorgeworfen, was in diesem Kontext als Mangel und Fehler gesehen wird.

Kein erfolgreicher Manager steuert ein Unternehmen nach seinem Gefühl und einem Glauben, den ihm eine andere Person ins Ohr flüstert. Selbstmanagement sollte genauso wenig von Gefühlen geleitet werden, allgemein gültige Gesetze sind eine wichtige Basis und natürlich spielt der eigene Charakter eine zentrale Rolle.

An dieser Stelle befindet sich der Kreuzungspunkt von Individualität und Allgemeingültigkeit. Ein Blick nach vorne auf dem Zahlenstrahl offenbart bestimmte Faktoren, die sehr wahrscheinlich sind und nicht nur mich betreffen. Der Klimawandel ist ein Beispiel hierfür. Dann gibt es andere Dinge, die man zumindest allgemein betrachtet mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der Vergangenheit ableiten kann. Während der Ära Donald Trump muss man mit kurzfristigen Überraschungen rechnen.

Daneben gibt es meine Erfahrung mit mir. Mit der gewohnten Wirkung auf Techniker kann ich mir schnell Gehör verschaffen und in Teams zum Sprecher oder sogar zur Führungskraft werden. Die Fähigkeit zur Einarbeitung in neue Technologien nimmt mir die Zukunftsangst vor Positionswechseln.

Und der Rückblick? Auch der hat globale und individuelle Komponenten. „Sieg-Heil!“ hängt uns bis heute nach, aber auch das Wirtschaftswunder, die Erfahrung der Welt mit unserer Ingenieurskunst und das Vertrauen in "Made-in-Germany". Als Einzelperson sieht man bei mir die Stationen im Lebenslauf, unsichtbar hingegen die persönlichen Beziehungen mit ihren Erlebnissen und Enttäuschungen.

Und diese vier Seiten, also Vergangenheit und Zukunft sowie Individuum und Gesellschaft, haben einen spezifischen und so eben nur in mir vorhandenen Kreuzungspunkt. Den ich mir im ersten Schritt bewusst machen muss, um ihn dann im zweiten Schritt gezielt auszuwerten. Zwar kann ich die Inhalte nicht verändern, aber ich kann beeinflussen, welche Schlüsse ich daraus ziehe und welche Entscheidungen ich daraus ableite.

„Mensch, es wird Zeit!“ ist also nicht der Aufruf, sich in Bewegung zu setzen, sondern im Sinne von bewusstem Voranschreiten die verschiedenen Seiten zu verstehen.

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Montag, 24. August 2026

Das passt nicht zusammen

Ob wir es wollen oder nicht, laufen in unserer Wahrnehmung immer Einstufungen in Kategorien ab. In unserem Kopf werden Eindrücke zu einer Rubrik zusammengefasst, so eine Art Assoziation entwickelt. Manche Zusammenstellungen sind sinnvoll, nachvollziehbar, logisch und mehr oder weniger bewusst. Sehe ich eine gut gekleidete Person, erwarte ich auch eine strukturierte und sorgfältig ausgeführte Arbeit. Das ist dann eine Projektion von einer Beobachtung auf eine charakterliche Eigenschaft und weiter auf ein berufliches Verhalten.

Das passt nicht zusammen

Recht tief in uns verwurzelt ist der Rückschluss von Größe auf Wichtigkeit. Nicht alleine, dass wir große Menschen eher als Führungspersonen akzeptieren, wir halten breiter gebaute Personen auch potentiell für gefährlicher. Auch im Straßenverkehr kann man dieses Phänomen beobachten, ist doch ein LKW spontan furchteinflößender als ein Motorrad. Selbst die Schätzung der Geschwindigkeit wird von dieser Zuordnung beeinflusst, Zweiräder scheinen langsamer zu sein als PKW.

Etwas abenteuerlicher ist die weit verbreitete Verknüpfung von Aussehen und Intelligenz. Attraktive Menschen werden a priori für klüger eingeschätzt, wer hässlich ist, dem wird auch die fachliche Kompetenz abgesprochen. Bei diesem Beispiel geht die Verknüpfung nicht auf entsprechende Erfahrung zurück, selbst bei genauerer Betrachtung ist kein logischer Zusammenhang zwischen den beiden Aspekten zu finden.

Dann gibt es Vorurteile, die sich aus einer bunten Mischung von Impulsen ergeben, welche sich im Einzelnen nicht mehr rekonstruieren lassen. Ob die beobachtete Ablehnung von Ausländern an persönlichen Erfahrungen, an Berichten von Freunden, einer allgemeinen gesellschaftlichen Strömung oder tief verborgenen Ängsten liegt, ist weitgehend unklar.

Doch ob auf diesem Weg oder einem anderen: Ersteinschätzungen sind anthropologisch überlebenswichtig und schießen uns unwillkürlich in den Kopf. Wird einem diese erste Bewertung als revidierbarer Vorschlag bewusst, dann kann man ihn in Frage stellen, gegen den aktuellen Eindruck halten und anpassen. Im optimalen Fall kann man dann seine Meinung ändern, zum Beispiel auch einem weniger hübschen Menschen Expertenwissen zubilligen.

In seltenen Fällen erlebt man auch eine unbewusste Anpassung. Gerade betrete ich einen Raum, in dem eine junge Frau mit Hoodie sitzt. Spontan schätze ich sie als Öko ein, sortiere ihre selten gewaschenen Haare und ihr Makeup-freies Gesicht dieser Einordnung zu. Und schrecke auf, als mir der Duft eines hochwertigen Parfums entgegenweht. Das passt jetzt nicht. Bis zu diesem Geruch war meine Welt in Ordnung, die passende Schublade gefunden.

Jetzt bin ich irritiert. Wieso macht sie so etwas? Entweder ist man auf dem Öko-Trip und verweigert jegliche Form von Deo und Kosmetik, oder man ist Kunde in einer Parfümerie. Meine Gedanken kommen in Schwung. Dieser olfaktorische Widerspruch muss aufgelöst werden, vielleicht geht der Geruch gar nicht von der jungen Frau aus? Soll ich sie fragen, ob sie irgendwas vorhat und deshalb eingenebelt ist? Oder eine Duftprobe von einer Freundin geklaut hat?

Fast ist es wie beim Autofahren, wenn man gedankenverloren der Landstraße folgt und erst aufschreckt, wenn man eine Bewegung am Straßenrand wahrnimmt. Und dann blitzschnell überlegt, ob da wirklich etwas ist, ob es gefährlich ist und ob man etwas machen muss. So auch hier: In andere Überlegungen vertieft und nur nebenbei die andere Person registriert, dann aber plötzlich mit aller Aufmerksamkeit dabei.

Nach einigen wenigen Sekunden entscheide ich mich dann, meine Schublade für Ökos beizubehalten und den Widerspruch zu akzeptieren. Obendrein sinkt auch der Alarmpegel, eigentlich ist es mir egal, ob und wie die Frau riecht. Und gefährlich ist die Szene für mich ja auch nicht.

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Montag, 17. August 2026

Umzugskartons


An Sommertagen bietet es sich an, die Arbeit in den Keller zu verlagern, wenn man kann. Als Fluchtort vor der Hitze draußen und in den oberen Etagen des Hauses kann man sich ein wenig abkühlen und dabei je nach Möglichkeit etwas Sinnvolles machen. Aufräumen zum Beispiel. Was sich so über die letzten Monate angestapelt hat und wieder in die Regale der Vorratsräume soll. Oder was eigentlich weggeschmissen werden kann, weil es seit längerer Zeit nicht gebraucht wurde und ehrlicherweise auch in absehbarer Zukunft hier keine Verwendung mehr hat.

Bei der Gelegenheit räume ich auch die sperrigen Pappkartons von rechts nach links, die ich beim Umzug verwende. Verwendet habe. Denn ich bin ja schon viele Jahre nicht mehr umgezogen und so Gott will werde ich auch nicht mehr umziehen. Es könnte schon sinnvoll sein, noch einige wenige Kartons aufzubewahren, vielleicht will ich mal sperrigen Kram ausmisten oder die Umzugskartons jemandem aus der Nachbarschaft ausleihen. Aber der Rest kann weg, verkaufen, verschenken, Altpapier - egal.

Umzugskartons

Umzugskartons sind ja irgendwie ein Sonderfall. Selbst Menschen mit Freude an Erinnerungen heben diese Faltboxen nicht auf, weil sie darin die Socken ihrer Tochter transportiert haben. Oder die T-Shirts ihres ersten Ehemanns. Nein, diese Pappkameraden sind nützlich, aber kein bisschen emotional oder erinnerungsbeladen.

Und doch kommen mir im kühlen Keller ein paar Gedanken zu Umzug, Verlassen von gewohnten Orten und Anfang an neuen Orten. Wörtlich oder im übertragenen Sinne. Wechsel der Arbeitsstelle, des Sportvereins, der Clique. Und irgendwann ist man dann angekommen, wechselt nicht mehr, vielleicht, weil man zu alt wird, weil man den Aufwand oder die Unsicherheit scheut oder weil man einfach nur zufrieden mit dem Status quo ist.

Die Umzugskartons im Kopf können weggeräumt, entsorgt werden. Nein, mein Haus verlasse ich nicht mehr, meiner Arbeitsstelle gedenke ich treu zu bleiben, meiner Frau erst recht, auch in meinem Freundeskreis steht kein Wechsel an. Umzug ist nicht mehr geplant, höchstens ein wenig hin- und herräumen. Es ist weniger die Bequemlichkeit als vielmehr die Erkenntnis, was ich an meiner aktuellen Situation habe. Garniert mit allerlei Erfahrungen und Berichten von Mitmenschen, wie es schlechter sein könnte.

Die Phase des Suchens ist vorbei. Weder schaue ich in Immoscout nach einer anderen Immobilie, noch suche ich hektisch nach einem neuen Auto. Selbst Stellenangebote nehme ich gerne zur Kenntnis, aber wie für die vorgenannten Punkte achte ich sorgfältig darauf, dass ich mich nicht verschlechtere. Nein, aus der jugendlichen Phase, offen oder heimlich nach einem neuen Umfeld zu suchen bin ich heraus.

Das Schöne daran: Ich kann meine Energie nun in den Ausbau und die Pflege stecken. Eine zusätzliche Ablage im Badezimmer, ein Formschnitt bei den Gehölzen im Garten. Ich kann Geld für einen Teich sparen, ich habe Zeit, den Kontakt mit den Freunden zu intensivieren. Dafür brauche ich auch im Kopf keinen Umzugskarton, im Gegenteil stört er nur, wenn ich bei Gesprächen in persönliche Tiefen hinabsteigen möchte. Vielleicht ist das die Verbindung zur heutzutage so oft zitierten Nachhaltigkeit, wenn man bei seinen Handlungen nicht schon in Gedanken beim Aus- oder Umzug ist, sondern auch langfristig am Leben seines Umfeldes teilnimmt.

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Montag, 10. August 2026

Ist das ein nützliches Tierchen?

Als meine Tochter noch ein kleines Kind war, waren wir oft gemeinsam im Garten. Ein Pflänzchen hier, ein Blümchen da und abgesehen von Pflege und Schneiden auch ein wenig Freude an der Natur. Und was man da so alles zu sehen bekommt. Mal ist es eine Schnecke, die sich über die Geranien hermacht, mal ist es ein Regenwurm, der aus dem Pflanzloch herauskrabbelt.

Ist das ein nützliches Tierchen?

Zusätzlich kamen dann noch allerlei Insekten geflogen, Fliegen und Bienen, Mücken und Wespen. Und dann haben wir uns über die Tiere unterhalten, ich habe von ihren Eigenschaften erzählt so gut ich konnte und erläutert, welchen Platz sie in unserem Ökosystem einnehmen. Zentrale Botschaft war immer, dass auch diese kleinen Lebewesen eine wichtige Funktion haben und insgesamt unentbehrlich sind.

Auch die schleimigen Schnecken, die picksenden Mücken und die lästig um den Kopf herumschwirrenden Fliegen brauchen wir und sie sind nützliche Tierchen. Was meine Tochter im Laufe der Zeit dann so verinnerlicht hatte, dass sie bei neuen Entdeckungen fast automatisch von mir wissen wollte „Sind das nützliche Tierchen?“ und ich meistens eine positive Antwort geben konnte.

Dieses Grundverständnis konnte sie ihren jungen Freundinnen und Freunden überhaupt nicht vermitteln. Jede Spinne musste impulsartig totgeschlagen, jeder Regenwurm von den Eltern entsorgt und jede Wespe voller Entsetzen getötet werden. Einfach nur, weil diese Tiere im falschen Moment am falschen Platz waren. Dass man damit deutlich entspannter umgehen könnte, einen Regenwurm tatsächlich auch mit der Hand anfassen und ihn rettend an eine andere Stelle im Garten transportieren könnte, das schien undenkbar.

Ob man jetzt jedes Tier und jeden Mitmenschen auf seine Nützlichkeit hin untersucht und einordnet oder es bei einem gewissen Respekt und angemessener Selbststeuerung bewenden lässt, sei mal dahingestellt. Aber die Erkenntnis, dass man sich auch Apathie einreden lassen kann und manche Reaktionen jeglicher Grundlage entbehren, das ist ein Verständnis, das nicht nur für die kleinen Tiere in der Gartenerde, sondern auch für die Menschen um uns herum gelten sollte.

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