Ich finde Automatik ist was Feines. Im Idealfall macht eine Automatik das, was ein Mensch auch machen würde, aber ohne sein Zutun. Ich komme in einen dunklen Raum, schon geht die Beleuchtung an, einen Lichtschalter muss ich nicht betätigen. Und wenn ich dann später den Raum verlasse, muss ich auch nichts drücken, die Automatik erkennt, dass ich den Raum verlasse und schaltet das Licht wieder aus.
Soweit die Theorie. Der erste Schaltvorgang ist meist recht zuverlässig, ein Bewegungsmelder erfasst meine Ankunft und schließt den Stromkreis. Dann bin ich im Raum, und schon gerät der Automat in Schwierigkeiten. Mangels Bewegung vermutet er, dass ich gar nicht mehr da bin. Wenn ich lesend oder in ruhiger Bildschirmarbeit im Zimmer bin, geht das Licht zwischendurch aus. Und wenn ich dann irgendwann aus dem Raum hinausgehe bleibt das Licht sicherheitshalber noch mal eine Weile eingeschaltet.
Gewiss, es ist ein Komfortgewinn und eine gewissen Bequemlichkeit. In gewisser Weise auch ein Sicherheitsmerkmal, denn ich kann nicht vergessen, das Licht auszuschalten. Aber weder kann ich verhindern, dass das System zwischendurch unerwünscht arbeitet (Licht ausschaltet), noch ist mit dem vorhandenen Bewegungsmelder ein möglichst kurzer Nachlauf zu realisieren.
Automatiken gleich welcher Art haben also ihre Tücken. Sei es die Klimaanlage, die angesichts einer (aus ihrer Sicht) geöffneten Tür den Dienst verweigert, sei es ein elektrisches Oberlicht, das bei Sonnenschein nicht aufgehen will. Das liegt mal an einer ungeschickten Programmierung, mal an fehlendem (weiteren) Sensor, mal an Störungen in der Signalübertragung. Oft lässt sich der Verursacher des unerwünschten Verhaltens gar nicht identifizieren, man kann nur feststellen, dass etwas nicht so funktioniert, wie man es erwartet oder in diesem Moment selbst machen würde.
Vor diesem Hintergrund ist es beunruhigend, wie viele unterschiedliche Helferlein in einem modernen Auto verbaut sind. Nicht allein die ganzen Sensoren im Motor, die Drücke und Füllstände kontrollieren, nein, auch die Fühler für Helligkeit, Feuchtigkeit, Reifendruck, Geschwindigkeit, Bremsdruck und so weiter spielen eine Rolle im komplizierten Management des Fahrzeugs. Und manche davon arbeiten ähnlich wie der Lichtschalter - mal gut, mal schlecht. Und spätestens, wenn einer der zahlreichen Messfühler kein Signal liefert, wird der Betrieb gestört oder leitet für den Fahrzeugführer überraschende Maßnahmen ein.
Das Beste, habe ich früher gesagt, das Beste an einer Automatik ist der Knopf zum Abschalten. Ein Lichtschalter, mit dem ich das Licht dauerhaft einschalten kann oder auch beim Verlassen des Zimmers die Beleuchtung wieder ausschalte. Vielleicht sogar ausgeschaltet lasse, weil es für meine Zwecke noch hell genug ist. Das erzwingt zwar bei mir eine gewisse Disziplin, aber die Verantwortung übernehme ich gerne, wenn ich nur Herr der Lage bleibe und nicht von einer Technik bevormundet werde.
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