Montag, 28. September 2026

Sommerfest

Wir unterhalten uns über das Sommerfest. "Ganz gut", sage ich, "hier und da war noch merklich Verbesserungspotential, ich würde sagen Schulnote 'befriedigend'" - "Nö", sagt mein Kollege, "das sehe ich anders. Es war doch alles ausreichend." Ich muss grinsen, natürlich will er meine Note nicht von drei auf vier korrigieren, sondern vielmehr in die andere Richtung, sieht also als Gesamtbild eher eine zwei oder noch besser. Nur war die Formulierung ziemlich missverständlich.

Sommerfest

Die Unterhaltung geht noch eine Weile weiter, selbst bei Vergleich der einzelnen Programmpunkte oder der Organisation kommen wir nicht zum selben Ergebnis. Während ich zwar eine gewisse Grundzufriedenheit einräume, ist er der Meinung, dass alles wohlgelungen und dem Anlass angemessen ausstaffiert wurde. So unterschiedlich, stellen wir fest, kann das Urteil zu derselben Sache sein. Entscheidend sind ganz offensichtlich der individuelle Anspruch, aber auch die Erwartung.

Ein Sommerfest ist für mich ein herausgehobenes Event, da wird man angemessen erwarten können, dass auch herausgehoben organisiert und bewirtet wird. Ein besonderes und einfallsreiches Rahmenprogramm gehört für mich ebenso dazu wie eine sorgfältig vorbereitete und mit aktuellen Inhalten gespickte Begrüßung. Auch der weitgehend gelungene Versuch, verschiedene Bedarfe wie Ruhebedürfnis und Partystimmung zu befriedigen gehören mit dazu.

Währenddessen kommt mein Kollege von einem ganz anderen Startpunkt. Dass es überhaupt ein Fest gibt, ausreichend Nahrung zur Verfügung steht, ist total passend. Und wenn das eine oder andere Essensangebot schnell vergriffen ist: Dann wird schon nichts weggeworfen; satt wurde ja jeder. Okay, die Begrüßung wirkte ein wenig improvisiert, aber eigentlich auch ganz sympathisch, weil nicht durchgestylt. Einfach mal locker sehen, es ist ja schließlich Sommer. Und genug Alkohol gab es - wenn auch die Cocktailbar um zehn Uhr geschlossen wurde.

Wo stehen wir bei der Beurteilung? Positive Grundhaltung, Skeptiker, nüchterner Richter? Egal, denn entscheidend ist ja nicht nur diese Grundhaltung, sondern der Maßstab, den wir anlegen. Und der ist nun mal individuell sehr verschieden.

*

Abonniere den Kanal "Eckhards Blog By Dr.-G." auf WhatsApp

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen