Traditionell finden an den Ostertagen Demonstrationen für Frieden statt, wird gegen Krieg auf die Straße gegangen. Da engagieren sich Bürger und setzen ein Zeichen für einen Zustand, den sie als Frieden bezeichnen. Doch was verbirgt sich dahinter? Was verstehen wir unter Frieden, was sind Indikatoren dafür?
Das Ganze erinnert mich an den Begriff „Gesundheit“.
- Gesundheit ist ein erwünschter Zustand, wir möchten als Mensch möglichst lange gesund sein.
- Kein Mensch ist tatsächlich vollständig gesund. Unser Körper ist ununterbrochen damit beschäftigt, kleine Defekte, Ungleichgewichte und mehr oder weniger große Probleme zu beheben.
- So scheint Gesundheit also eher die Abwesenheit von Krankheit zu sein, man siecht nicht offenkundig dahin, sondern fühlt sich weitgehend lebens- und leistungsfähig.
- Gesunde Körper sind leistungsfähiger als kranke.
- Es gibt eine eigene Industrie, die sich mit Gesundheit und Krankheit beschäftigt.
Mit dem „Frieden“ scheint es ähnlich zu sein.
- Frieden ist ein erwünschter Zustand, in dem wir als Menschen möglichst lange leben möchten.
- Vollständigen Frieden gibt es nicht. Ständig gibt es kleine Unstimmigkeiten mit dem Partner, Auseinandersetzungen zwischen Parteien und viele weitere Themen, die die Gerichte beschäftigen.
- Frieden ist also die Abwesenheit von Krieg; kein Kriegsgerät oder Waffen, man kann sich weitgehend frei bewegen ohne Angst um Leib und Leben haben zu müssen.
- In Friedenszeiten sind Staaten gesellschaftlich leistungsfähiger.
- Es gibt eine eigene Industrie, Militär, hauptberufliche Soldaten.
In den Jahrzehnten meines Lebens hat kein Soldat auf mich geschossen, wurde ich nicht zu kriegerischen Handlungen gezwungen, in Kämpfe verwickelt. Und auch die manchmal in Frage gestellte Meinungsfreiheit ist in Deutschland ein hohes Gut.
Was für mich selbstverständlich scheint, ist für viele unerreichbar – und genau das macht den Frieden so wertvoll. Er ist wie Gesundheit: erst wenn er bröckelt, merken wir, wie sehr er uns getragen hat. Und deshalb bedanke ich mich bei den Menschen, die dieses Verständnis in den Umzügen und Demonstrationen auf die Straße bringen.
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